Vom Modellbau, öligen Fingern und Schleifmaschinen...

16.02.2013 - Richtig kuschlig warm wurde es im Creidlitzer Heim. Nicht nur weil die Heizung ihren Dienst tat, sondern auch weil eine Menge Helfer am Werkeln waren. Vielen Dank an die Mannschaft, wir haben ordentlich was geschafft an diesem Tag. Nachdem jeder seine Aufgabe bekommen hatte konnte es los gehen.

 

Jetzt geht es dem Uhrwerk an den Kragen

Nachdem wir gestern unseren Uhrmachermeister Christian für unser Projekt gewinnen konnten, durfte keine Zeit verloren werden. Es gab viel zu tun, sollte das alte Uhrwerk wieder zum Laufen gebracht werden.

Erster Schritt war das Zerlegen des Werkes in all seine Einzelteile. Hierbei musste mit äußerster Vorsicht vorgegangen werden. Selbst die kleinste Schraube mussten wir sorgsam entfernen und katalogisieren. Handgeschnitten und weit entfernt von jedem metrischen Gewinde sind die über 100 Jahre alten Raritäten nicht mit jeder x-beliebigen Schraube ersetzbar.

Unser Maschinenbauer Flo hatte die Sache im Griff. Unterstützt von Wal und Uli wurde Zahnrad für Zahnrad demontiert. Jede Baugruppe sauber sortiert und von groben Dreck befreit.

Deckel drauf - Fertig!

Pappe schnipsel fliegen durch die Gegend. Leimfäden ziehen sich zwischen den Fingern.... Halt stop! So fing das vorletzte AK Treffen an. Heute wurden wir erst einmal gebremst. Sekundenkleber vergessen, keine Lineal dabei... shit. Also erstmal sehen, was die Creidlitzer Werkstatt und Wals Werkzeugkoffer so hergeben. Danach konnte es los gehen. 

Ein paar letzte Seitenplanen wurden zugeschnitten und angeklebt. Das letzte Jurtendach aufgesetzt. Quasi "Deckel drauf und fertig".... von wegen. Da war noch eine Menge zu tun. Mit Interesse verfolgte Jurtenburgbauer Nachwuchs das Geschehen, bis ein lauter Ruf durch die Räume hallte - "Essen fassen...!"

Und während wir klebten und bastelten standen die "Rebellen der Töne" in der Qualifikation des Hamburger Singewettstreites. Da war fleißig Daumen drücken angesagt, bevor wir der Jurte ihren ersten Anstrich verpassten.

Zerlegen, Ölfinger und das Surren der Schleifmaschinen

Mal liesen sich die Teile leicht zerlegen, mal war richtig Kraft erforderlich. Fingerspitzengefühl war dennoch jedes Mal gefragt. Bevor wir die Teile wieder in der Jurte verbauen können müssen diese erst einmal wieder gangbar gemacht und neu zusammen gesetzt werden.

WD40 war unser Verbündeter und so knackten wir auch die härteste Nuss. Mit öligen Fingern und all dem Dreck der Jahre war danach sauber machen angesagt. Mit der Schleifmaschine, dem Dremel oder der Schwabbelscheibe rückten wir dem Schmutz zu Leibe. Gar nicht so leicht und eine echte Geduldsprobe. Aber unsere Mannen waren gefesselt von unserem Vorhaben uns setzten all ihre Energie in dessen Umsetzung.

Da tat einem manchmal schon fast das Herz weh, wenn am Ende nur noch die Einzelteile zu sehen waren.  

Kriegsrat und mal Aus... ääähh Abspannen

Die Zeit verflog schneller als man dachte. Kaum war das Mittagessen vorbei wurde es draußen auch schon langsam dunkel. Zeit für den ein oder anderen mal die Arbeit ruhen zu lassen und den anderen über die Schulter zu schauen.

Wir hatten uns für den Abend noch zwei Spezialisten eingeladen, die uns mit Rat und Gott sei Dank auch Tat zur Seite stehen sollten. Fiedi und Christian besuchten uns. Da war erst einmal Kriegsrat angesagt. Wie können wir die vorliegenden Probleme lösen? Wer kann welche Vorarbeiten übernehmen und wie kommen wir am ehesten ans Ziel? Welchen zeitlichen Spielraum haben wir zur Verfügung und auch die ersten Telefonate wurden gleich noch an Ort und Stelle geführt. Aufatmen... es lief alles bestens und wir sind Guter Dinge in die nächste Runde starten zu können.

Als Abschluss des Abends wollten wir natürlich nicht eher gehen, bevor das Modell nicht fix und fertig war. Also hieß es Heringe einschlagen, Abspannleinen anbringen. Wichtig hierbei die Rotation zu unterbinden und Ein-, Ausgänge sowie Fluchtwege frei zu bekommen. Am Ende war unser "Traumschloss" fertig.