Das letzte Mal hatte das Schlagwerk schon geklackert und gerattert. Ein Supertolles Geräusch in diesem Moment und ein tolles Gefühl, für alle die dabei waren. Voller Eifer wurde in der Woche darauf weiter an der Uhr gewerkelt und vorbereitet um dem Uhrwerk weiter Leben einzuhauchen.
11.04.2013 - Vergangenen Freitag bemerkte Christian, dass der Zeiger für das Schlagwerk wohl fehlte. Wo sollte der wohl sein? Beim Abbau der Uhr war nichts aufgefallen oder herum gelegen? Auch in den Kisten der demontierten Teile war nichts auffindbar. Wo sollte dieser Zeiger nur abgeblieben sein. Hier musste Jürgen wieder ran. Wenn unsere Uhr wieder in Originalzustand versetzt werden soll, dann muss dieser Zeiger her. So rückte Jürgen mit seinem Messschieber an um Welle und Abstände zu vermessen.
Ein weiteres Bauteil dasses vorzubereiten galt war das obere Ende des Pendels. Bei der alten Uhr war dies gebrochen und die Aufnahme für den Vierkant sowie das Sicherungsauge fehlten. Auch von ihm war keine Spur mehr auf dem Dachboden zu finden. Länge, Breite und Dicke waren schnell gemessen und ausgehobelt. Doch die Nuten, Bohrungen und die geschwungene Freiform sollten etwas schwieriger werden. Es musste alles zusammen passen, damit das Pendel später ohne zu haken die Uhr antreiben kann. Zur Vorsicht wurden daher gleich zwei Duplikate erstellt.
Und während Andreas an der Kreissäge und der Bohrmaschine an den Pendelköfen arbeitete war Wal felißig an den Transportkisten für die Modelle zugange. Für die Verschlüsse selbiger hatten wir uns diesmal eine Eigenkreation einfallen lassen. Damit diese nicht verloren gehen konnten, wurden zudem kleine Sicherungsbändel angebracht.
12.04.2013 - Freudig fällt Wal Jürgen um den Hals. Man möchte meinen er hätte ihn knutschen wollen. So groß war die Freude, dass Wal's Skizze und das prompte Maß nehmen von Jürgen zugleich zu einem neuen Zeiger für das Schlagwerk führte. Stilecht in Messing und Stahl gefertigt, leuchten die beiden nigelnagelneuen Materialien um die Wette. Jetzt muss der Zeiger nur noch an der Welle ausgerichtet und verstiftet werden, damit man allzeit sieht welche Stunde gleich schlagen wird.
Die oberen Pendelenden wurden gestern ausgeklinkt und gebohrt. Anhand des alten Überrestes musste die Form abgenommen und angepasst werden. Mit der Bandschleifmaschine wird zehntel für zehntel abgetragen und die Rundung angeschliffen, damit sich der Pendelkopf in die Halbrunde Aufnahme einfügt. Stets mit wachsamen Auge zur Stelle, unser Chefpaparazzi Klinsi.
Und mit dem Eintreffen von Christian, staunten wir noch mehr. Präsentierte er uns ein blankpoliertes Übersetzungsgetriebe für das kleine Ziffernblatt und eine neu und handgefertigte Umrandung des selbigen in funkelndem Messing. Stark, wir waren echt beeindruckt.
12.04.2013 - Nachdem alles ausgepackt war, die Aufregung verflogen kam eine kleine Kuchenpause genau richtig um die Gemüter wieder etwas zu beruhigen. Den Ruhe war nötig um die zweite Hälfte des Uhrwerkes zusammen zu setzen. Im ausgebauten Zustand wurden alle Teile und Zahnräder auf die Seiltrommel aufgefädelt. Das Hilfsuhrwerkgetriebe konnte an das Gestell montiert werden.
Bohrlöcher und Buchsen wurden immer wieder gereinigt, und von Farbläufern befreit. Dreht sich die Achse leicht? Ist nichts unwucht? Dann kann es weiter gehen! Stück für Stück tastet man sich nach vorne.
Und nebenan war man ebenfalls fleißig am Werk die Kontur der Pendelköpfe zu übertragen und mit der Decoupiersäge fein säuberlich heraus zu schneiden. Bevor sie geschliffen und profiliert werden immer wieder die PRobe es sich auch spielfrei in die Pendelaufnahme einfügt.
19.04.2013 - Nachdem beide Seiltrommeln mit den dazu gehörigen Getrieben eingebaut waren, kamen die Feinarbeiten. Immer wieder wurde das Uhrwerk durchgedreht und das Klicken auf seine Gleichmäßigkeit kontrolliert. Zu jeder vollen Stunde musste das Schlagwerk sauber einrasten und es durfte kein Hebelchen und keine Raste hängen. Do das wollte nicht gleich so wie sich das unsere Tüftler vorstellten. Nun wurde geschmiert, gefeilt, geschliffen und probiert. Schrauben angezogen und wieder gelöst. Alles auf Spiel und leichten Lauf kontrolliert. Doch immer wieder blieb das Uhrwerk an einer bestimmten Stelle hängen. Also nochmal schmieren, prüfen, Schrauben lösen und nachstellen. So ging das mehrmals hin und her, bis Jürgen dann einen großen Hebel ansetzte. Der Funktionierte, es bedufte nur eines kleinen Drückers und plötzlich lief alles wie von selbst. So muss das sein.
Nebenan konnte Andreas an den Pendelköpfen die Vierkantpassung einarbeiten. Ist die passgenaue Verbindung von Pendelkopf und dem Vierkantstift am Ende doch für das gleichmäßige Tick... Tack... Tick... Tack... zuständig. Gar nicht so leicht. Auch hier musste nochmal nachgearbeitet werden, als der erste Versuch nicht funktionierte. Doch aus Schaden wird man klug und so waren Versuch nummer zwei und drei dann erfolgreich.
Das Übersetzungsgetriebe für das Ziffernblatt konnte ebenfalls zusammengebaut werden. Aber oh weh.... da fehlen wohl zwei Schrauben. Da muss nochmal der Jürgen ran.