Vorbereitungstreffen im Schwarzwald

20 - 21.04.2013 - Die gute Vorbereitung ist nicht durch einen persönlichen Eindruck vor Ort zu ersetzen. Dies hatte sich schon 2009 bewahrheitet und so wollten wir vom Jurtenburgteam Platz, Gegebenheiten, Infrastruktur und vor allem die Leute vor Ort einmal kennen lernen. In aller Frühe machten sich Wal, Uli, Klinsi und Andreas auf in den Schwarzwald.

On the Road again...

... Weltenbummler sind nunmal überall zu Hause und gerne "auf Achse". Und als das AK Treffen des Bundeslagerteams rief, folgten wir dem Ruf in den Schwarzwald. Früh am Morgen fuhren wir los um uns selbst ein Bild von Zeltplatz und Infrastruktur zu machen.

Aus Erzählungen wussten wir, dass rund um den Zeltplatz, welcher an der Schwarzwaldhochstraße liegt jede Menge Wald sein musste. Alter Wald, mit mächtigen Bäumen und dicken Stämmen. Schwarzwald eben. Etwas mulmig wurde uns, als im Radio ab 900m Schneefall gemeldet wurde, lag unser Ziel doch ca. auf 750m.

Je näher wir dem Zeltplatz kamen desto schmaler und kurvernreicher wurden die Straßen. Da schlug das Motorradfahrerherz höher und der erfahrene LKW Fahrer vermaß mit dem Auge schon die Straße, mit welchem Fahrzeug er hier wohl noch fahren könne, und mit welchem nicht. Und siehe da, kam uns doch noch ein Laster mit Jurtenstangen entgegen. Ob der wohl schon das Bundeslager beliefert?  

 

Erste Begehung

Zusammen mit den Verantwortlichen für Lagerplatz, Infrstruktur, Kasse und des Lagercafés drehten wir einen Runde über den Zeltplatz.

Sowohl wir vom Jurtenburgteam, als auch die Lagerplatz Crew hatte ihre Vorstellungen, wie der Platz wohl genutzt werden könnte. Anfangs waren diese gar nicht vereinbar. Aber das schöne an solchen Treffen und wenn sich ein Team findet, dass gemeinsam etwas erreich will ist, dass man sich findet. Das man eine Lösung findet. So wurden die technischen Vorraussetzungen für die Jurtenburg abgesteckt und mit den Gegebenheiten vor Ort verglichen. Die Überraschung der Jurte spielte maßgeblich ein Rolle für die Platzierung der Burg, soll Sie doch als Wahrzeichen über dem Zeltplatz thronen. Das schränkte die Auswahl schon etwas ein. Nun galt es die Schlafzelte, den Versammlungsplatz mit dem Fahnenmast, das zweite Lagercafé in den Plan zu integrieren. Infrastruktur und Stromanschlüsse wurden geprüft und unter Berücksichtigung aller Faktoren fanden wir schließlich die beste, man möchte meinen die perfekte Lösung, dass alle Belange ihren Platz fanden.

In der trockenen Hütte bei einem Kaffee, wurden die Ideen dann auf dem Lageplan gleich nochmal festgehalten und dokumentiert. 

 

Jetzt geht's ins Detail

Die Rahmenbedingungen und der Platz der Jurte waren am Morgen festgelegt worden. Nun konnte es für das Jurtenburgteam ins Detail gehen. Denn erst mit dem endültigen Standort konnten wir an die Planung der Infrastruktur und Peripherie rund um die Burg beginnen.

Hierzu gehörte als erstes die Frage der Logistik und wie wir denn alles Material in den Schwarzwald bekommen. Nach Sichtung der vor Ort befindlichen Fahrwerge kam für Uli nur die Wechselbrücke in Frage. Jeder Sattelzug käme um die engen Radien, der letzten Kurven nicht herum. Alternativ hierzu hätte man schon weit unten am Zeltplatz ausladen müssen. Doch nachdem die nötigen Stangen und Baumaterialien keinen Sattelzug erfordern sollten wir mit der Wechselbrücke auskommen. Praktisch an so einer Brücke ist zudem, dass diese abgesetzt werden kann und unser Materialzelt ersetzt. Doch wo abstellen? Es gilt Rettungswege frei zu halten, und gleichzeitig brauchen wir die räumliche Nähe zur Baustelle. Der einzig dafür in Frage kommende Platz war knapp und eng mit seinen Radien, aber nicht unmöglich. Zur Sicherheit wurde er deswegen von uns akribisch vermessen und zugleich im CAD nachgebildet. Die Simulation mit einem LKW am PC ergab, dass es zwar knapp werden würde, es aber für einen geübten Fahrer nicht unmöglich ist.

Teil zwei unserer Platzbegehung und Analyse bestand darin den Boden einem Test zu unterziehen. Wie gut lassen sich die Heringe hier einschlagen und wie weich ist der Boden wohl? Reicht die Adhäsion aus, dass sich die Heringe nicht von selbst heraus lösen? Erster Versuch, der im wahrsten Sinne des Wortes schief ging. Unser Hering sah danach aus wie eine Banane. Zwar lies er sich die ersten 60cm gut versenken, doch trafen wir dort auf einen Stein. Der Hering driftete an diesem ab und stellte sich schief. Ein zweiter Versuch verlief besser, aber auch hier war nach 60cm wieder Widerstand zu spüren. Der Platz ist mit einer Drainageschicht versehen, die beim Aufbau wohl schweres Gerät erfordern wird, damit die Heringe fest genug sitzen. Doch das kann uns nicht erschüttern.   

 

Heringe einschlagen für "Profis"

Der Bollenhut

Der Bollenhut gehört seit etwa 1750 zur Tracht der Frauen in den drei benachbarten Schwarzwald- Dörfern Gutach, Kirnbach (bei Wolfach)und Reichenbach (bei Hornberg). Bei unverheirateten jungen Mädchen sind die "Bollen" rot, bei verheirateten Frauen schwarz.

Aufgrund des malerischen Aussehens, und auch durch diverse Heimatfilme, wurde der Bollenhut zum allgemein bekannten Symbol für den ganzen Schwarzwald.

Tja und ehe wir uns versahen, wurden wir auch mit den typischen Hüten aus dem Schwarzwald versehen. Gar verdutzt schaute da so mancher während sich andere regelrecht um den Hut stritten, war er so heiß begehrt.

Wir nahmen viele Eindrücke an dem Wochenende mit nach Hause. Konnten viel abklären und auch den Rest des Bundeslagerteams von unserem Schwarzwaldschlösschen begeistern. Gegen Mittag des zweiten Tages waren sich alle einig, das Lager wird echt super. Da war der Run auf den Fotografen kein davon rennen sondern ein freudiger Sturm auf das Bundeslager und ein Wiedersehen hier im Schwarzwald. Das solltet ihr auf keinen Fall verpassen und unbedingt am Bundeslager dabei sein.

Vielen Dank auch an Tobias Hertrampf, der uns einige der Bilder zur Verfügung stellte.