10.05.2013 - Eigentlich wollten wir heute "nur" am Herzstück unserer Überraschung weiter bauen und endlich die entscheidenden Teile für deren Lauf montieren. Doch Petrus meinte es gut und lies die Sonne scheinen, so dass der Arbeitseinsatz kurzerhand ausgeweitet wurde.
Nach dem Regen der letzten Tage schoss das Gras nur so in die Höhe. Da kam die Regenpause und der Sonnenschein gerade recht um heute endlich mal die Außenanlagen unseres "Hauptquartieres" in Angriff zu nehmen.
Blaue Wolken zogen der Rasenmäher und die Motorsense hinter sich her, als dem Gras an den Kragen ging. Wird die Wiese vor dem Creidlitzer Heim stets für unsere Versuche und Musteraufbauten gebraucht, lässt es sich auf einem gestutzen und gut geschnittenem Rasen doch wesentlich besser hantieren. Etliche Fangkörbe und Schubkarren voll Gras wurden auf den Komposthaufen gefahren bis die Fläche wieder ansehnlich war.
Danach war die Einfahrt dran. Die ohnehin schon enge Einfahrtssituation zum Creidlitzer Heim hin hatte sich in den letzten Jahren noch mehr verschlechtert. Die Natur eroberte sich zurück was nur ging. Um aber mit den großen Anhänger und gar dem LKW im Hof laden zu können musste endlich mal ein Kahlschnitt her. Wir stutzen die Hecke und schnitten den Bodenbewuchs zurück. Das alte Laub das sich in selbigem Festsetzte und bereits für neuen Nährboden sorgte wurde abgetragen und so hat die Einfahrt nun endlich ihre eigentliche Breite zurück, so dass dem Laden in ein paar Wochen nichts mehr im Wege steht.
Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass sich nichts mehr an dem Uhrwerk vorwärts bewegt. Denn die Bilder sehen auf den ersten Blick gleich aus. Und es stimmt, man muss schon sehr genau hin sehen bis einem auffällt, was sich da gerade tut.
So wie unsere beiden Tüftler Christian und Jürgen. Mit einer Engelsgeduld und viel Fingerspitzengefühl wurde am heutigen Tag der Haken zum Einhängen des Stahlseils erneuert, präzise angepasst und mit der Seiltrommel verschraubt.
Auch beim Getriebe, welches das große Ziffernblatt antreibt ging es vorwärts. Immer wieder wurden Lauf und Lager kontrolliert und nachgearbeitet, so lange bis alles stimmte. Da hier zwei Schrauben verloren gegangen waren, fertigte Fiedi zwei neue an. Gar nicht so leicht, muss man doch wieder bedenken, dass es vor über hundert Jahren noch keine metrischen Gewinde gab. So wurden auch die Schrauben, jede ein Unikat für sich, in Einzelanfertigung hergestellt und den vorhandenen Gewinden angepasst.
Auch heute zum ersten Mal im Hause, die Federn für das Pendel der Uhr. Hauchdünn und in der Hand kaum zu spüren, wollte Andreas gar nicht glauben, dass diese zwei kleinen Metallplättchen das mehrere Kilo schwere Plättchen antreiben.
Nun war alles beisammen. Der verloren gegangene Vierkant wurde ersetzt, die Pendelköpfe erneuert und der Federstahl war auch da. Nun hies es den Pendelkopf sauber an die Uhr anzupassen. Schließlich muss das Pendel später exakt und überaus präzise durch das Hemmungsrad laufen und so den Takt vorgeben. Am Uhrwerk selbst konnten wir nun also die Maße abnehmen.
Nachdem alle Maße zusammen waren, kam erst einmal unser Probestück zum Einsatz. Bis auf eine kleine Korrektur bestätigte es unsere Maße. Sehr gut! Dann kann es weiter gehen. Die Außenkonturen wurden auf den Pendelkopf übertragen, mit dem Zirkel und dem alten Pendelkopf, soweit dieser noch vorhanden war.
An der Decoupiersäge vorsichtig in Form bringend, wurden die Feinheiten und Details der Kontur dann mit der Feile nachgearbeitet, soll der Pendelkopf ja symmetrisch sein. Noch einmal prüfen wir das Zusammenspiel mit dem Hemmungsrad... es funktioniert. Wieder einen Meilenstein für unser Schwarzwaldschlösschen erreicht.